UNSERE LAGEN: 4 Lagen. 4 Charaktere. 1 Handschrift.
Der "Disibodenberg" ist kein einzelner Ort.
Er ist ein Zusammenspiel aus Steillagen, Böden und Entscheidungen, die über Jahrzehnte getroffen wurden – und bis heute wirken. Die Nahe hat früh gezeigt, wozu sie fähig ist. Hugh Johnson sprach von „manchen der vollkommensten Weißweine der Welt“. Was lange fehlte, war kein Können, sondern eine klare Handschrift. Heute ist sie sichtbar: Mineralität, Dichte, Eleganz. Nicht laut. Aber präzise.
Riesling ist hier Maßstab. Und doch wurde am Disibodenberg früh eine andere Frage gestellt: Welche Rebsorte gehört wirklich hierher? Nicht aus Tradition. Nicht aus Mode. Sondern aus Überzeugung. Unsere Lagen sind keine Kulisse.
Sie sind Arbeitsgrundlage, Verantwortung und Richtung zugleich. Jede von ihnen wird den Rebsorten gewidmet, die sie am klarsten tragen. Keine Spielerei. Keine Beliebigkeit.
KLOSTER DISIBODENBERG
Ein Riesling-Terroir von Rang.
Der Kloster Disibodenberg ist unser Herzstück.
Eine große, nach Süden ausgerichtete Steillage aus Tonschiefer, klimatisch gepuffert durch die Flussaue. Ein Ort, der Spannung aufbaut, ohne Härte zu erzeugen. Länge, ohne Schwere.
Die Lage befindet sich heute nahezu vollständig in unserem Besitz. Ihr Mittelpunkt ist das weithin sichtbare Weinbergshaus von 1811 – Wahrzeichen des Weinguts und Orientierungspunkt im Gelände wie im Denken.
Riesling findet hier seine ideale Form.
Trocken interpretiert mit kühler Präzision und mineralischem Zug. Edelsüß mit Tiefe, Reife und klassischer Balance. Unterschiedliche Stilistiken – ein gemeinsamer Ursprung.
Diesen Weinberg zu bewirtschaften verstehen wir nicht als Aufgabe auf Zeit, sondern als Verpflichtung. Sichtbar in konsequenter Pflege, spürbar im Glas. Auch für kommende Generationen.
KAPELLENBERG
Vielfalt mit klarer Linie.
Der Kapellenberg öffnet sich wie ein Amphitheater.
Benannt nach einer ehemaligen Filialkapelle des Klosters Disibodenberg, liegt diese Steillage hoch über der Nebelgrenze. Die Böden wechseln: Sandstein, schieferdurchsetzte Partien, vulkanischer Melaphyr. Kein Patchwork – ein Spannungsfeld.
Hier haben wir den Frühburgunder wieder heimisch gemacht. Eine alte Pinot-Variante mit eigener Stimme: würzig, tief, eigenständig. Daneben Grauburgunder, teils von sehr alten Reben – mal kraftvoll, mal überraschend filigran.
Der Kapellenberg ist kein Ort der schnellen Effekte.
Er ist ein Ort der Nuancen.
Und genau darin liegt seine Stärke.
LANGENBERG
Klarheit. Frühlicht. Präzision.
Der Langenberg ist klein.
Und genau deshalb kompromisslos.
Rund ein Hektar, vollständig von uns bewirtschaftet, süd-süd-östlich ausgerichtet. Hier taut der Schnee zuerst, der Frühling beginnt früher. Sandstein prägt den Boden, häufig durchzogen von Schiefer. Wärme wird schnell aufgenommen – und kontrolliert abgegeben.
Hier wachsen Spätburgunder mit besonderer Herkunft, teils aus burgundischem Pflanzmaterial. Kleinbeerige Trauben, feste Schalen, hohe physiologische Reife. Die Weine sind klar, filigran, präzise. Keine Lautstärke. Viel Spannung.
Auch Gewürztraminer findet hier seinen Platz – nicht opulent, sondern fokussiert.
Der Langenberg ist kein Nebenplatz.
Er ist Feinarbeit.
MONTFORT
Burgunder mit Haltung.
Montfort ist eine Aussage.
Über fünf Hektar, vollständig in unserem Besitz, nach Süden ausgerichtet, teilweise extrem steil. Der Boden: Tonschiefer, getragen von vulkanischem Untergrund. Ein Ort, der Konzentration erzwingt – im Weinberg wie im Glas.
Hier entstehen Burgunder ohne Make-up.
Pinot Noir mit Spannung und Tiefe. Chardonnay und Weißburgunder mit Struktur statt Breite. Grauburgunder mit Substanz, nicht mit Gewicht.
Der Name Montfort verweist auf das Adelsgeschlecht Boos von Waldeck und Montfort. Historisch verankert, nicht dekorativ. Heute steht er für das Burgunderprofil des Weinguts Disibodenberg: ruhig, präzise, eigenständig.
Auch unsere Sekte tragen diesen Namen. Klassische Flaschengärung, feines Mousseux, klarer Druck. Keine Effekte. Haltung in Perlage übersetzt.
Montfort drängt sich nicht auf.
Aber er bleibt.
4 Lagen. 4 Charaktere. 1 Handschrift:
Disibodenberg. Kapellenberg. Langenberg. Montfort.