Unsere Lagen.

Die Lagen

Die Nahe ist kein lautes Anbaugebiet. Aber eines mit Kontur. Bereits 1991 sprach Hugh Johnson in seinem Standardwerk von „manchen der vollkommensten Weißweine der Welt“. Ein Satz, der geblieben ist.

Heute zeigt sich das Profil klarer denn je: Riesling als Maßstab, getragen von Mineralität, stoffiger Dichte und jener kühlen Eleganz, die nicht drängt, sondern trägt. Namen wie Helmut Dönnhoff oder Armin Diel haben dieses Bild geprägt.

Wir sind mit unseren Burgundersorten an der Nahe einst aufgefallen. Heute verstehen wir sie als selbstverständlichen Teil dieses Terroirs. Denn Herkunft ist keine Frage der Rebsorte, sondern der Haltung.

Unsere vier Lagen – Montfort, Kloster Disibodenberg, Kapellenberg und Langenberg – stehen jeweils für eine klare Idee. Keine Spielerei. Sondern die Entscheidung, jede Parzelle mit der Rebsorte zu verbinden, die hier am präzisesten spricht.

Montfort

Über fünf Hektar, vollständig in unserem Besitz. Südexponiert. Teilweise von einer Steilheit, die Arbeit zur Haltung macht.

Der Montfort verdankt seinen Namen dem Geschlecht der Boos von Waldeck, deren Weg zur Burg einst durch diese Reben führte. Der Boden: Tonschiefer über vulkanischem Untergrund. Ein Fundament, das Wärme speichert und zugleich Tiefe gibt.

Hier entstehen unsere Burgunder. Spätburgunder mit feinkörnigem Tannin und kühler Präzision. Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder mit Zug und Textur. Keine opulente Geste, sondern Druck aus dem Inneren.

Auch unsere Sekte tragen diesen Namen. Klassische Flaschengärung, lange Reife, feines Mousseux. Montfort steht nicht für Effekt. Sondern für Substanz.

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Kloster Disibodenberg

Eine große, nach Süden gerichtete Steillage. Rund zehn Hektar, vollständig in unserer Hand.

Über dem Weinberg die Ruinen des Klosters Disibodenberg. Jenes Ortes, an dem Hildegard von Bingen wirkte und dachte. Geschichte ist hier kein Beiwerk. Sie ist Landschaft.

Der Boden besteht aus Tonschiefer, die nahe Flussaue wirkt ausgleichend auf das Mikroklima. Riesling findet hier ideale Bedingungen: Spannung, Länge, mineralischer Kern.

Wir erzeugen trockene Weine mit kühler Präzision ebenso wie edelsüße Varianten in klassischer Tradition. Partien aus alten Reben, sorgfältig komponiert, mit Geduld ausgebaut. Dieser Weinberg ist kein Projekt. Er ist Verpflichtung.

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Kapellenberg

Ein amphitheaterartiger Hang oberhalb Odernheims. Sechs Hektar, hoch über der Nebelgrenze.

Benannt nach einer Filialkapelle des Klosters, trägt der Kapellenberg ein vielschichtiges Bodenmosaik: Sandsteinverwitterung, schieferdurchzogene Partien, vulkanischer Melaphyr. Unterschiedliche Texturen, unterschiedliche Stimmen.

Hier haben wir den Frühburgunder wieder heimisch gemacht. Eine alte Pinot-Variante mit Tiefe und Würze. In den kräftigeren Partien entstehen strukturierte Spät- und Frühburgunder, in kargeren Abschnitten elegante Grauburgunder, teils von bis zu fünfzig Jahre alten Reben.

Der Kapellenberg ist kein lauter Weinberg. Aber einer mit Resonanz.

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Langenberg

Der Langenberg ist ein jahrhundertealter Weinberg in Odernheim. Heute im  Alleinbesitz des Weinguts Klostermühle Odernheim. Der recht hoch gelegene, nach Süden ausgerichtete Steilhang schließt sich östlich an die Lage Kappellenberg an. Namensgebend ist wohl die langgezogene Geländeformation. Schiefer-Verwitterungsboden mit teilweise vulkanischem Untergrund prägen das Terroir. Schon in den 1970er Jahren wurde der Weinberg durch die Experten Hans Ambrosius und Bernhard Breuer als einer der besten Weinberge in der Region eingeschätzt. Nachdem das Weingut Klostermühle Odernheim die Flächen arrondiert hat und heute die Lage im Alleinbesitz hält, wurde sie mit Pinot Noir Reben neu bepflanzt. Hier wachsen große Burgunder … Vielleicht fragen Sie heute Abend nach einem „Langenberg“ zum Glanvieh in unserem Restaurant. Die Rinder grasen im malerischen Gegenhang des Weinbergs.

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Vier Lagen. Vier eigenständige Stimmen.

Was sie verbindet, ist nicht Stilistik. Sondern Haltung: Herkunft ernst nehmen. Zeit zulassen. Und jedem Wein die Rebsorte überlassen, die hier nicht angepasst wirkt – sondern angekommen.